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Chess in Russland Thema Zensur in Russland
"Zensur oder Zusammenbruch": Russische Politiker in Rage
Nach einem Shitstorm um eine Skulptur des Aktionskünstlers Oleg Kulik auf der Moskauer Kunstmesse fordern kremlnahe Abgeordnete die Einführung von "Kunsträten", die "Provokationen" verhindern sollen - angeblich nur "vorübergehend", bis Kriegsende. Von Peter JungblutPeter Jungblut
Zugegeben, der Aktionskünstler Oleg Kulik (61) ist für jeden Skandal gut: Er ließ sich einst in Moskau nackt als kläffender "Hund" Gassi führen und schuf so provokante Werke, dass sie selbst in Paris beschlagnahmt wurden. Jetzt sorgte der Fotograf, Maler und Bildhauer jedoch ganz ohne Absicht mit einem seiner Werke in Russland für Aufruhr. 2018 formte er die Skulptur "Große Mutter" und versuchte damit die Trennung von seiner damaligen Frau zu verarbeiten. Die aus Kunststoff geformte, üppige weibliche Figur, die auf einem Metallgerüst steht, reckt mit dem rechten Arm ein gewaltiges Schwert in die Höhe. Betrachter dachten an "Mutter Heimat"
Betrachter fühlten sich dadurch an die berühmte "Mutter Heimat"-Kolossal-Statue auf dem Mamajew-Hügel von Wolgograd erinnert, Inbegriff des patriotischen Sieges- und Durchhaltewillens der sowjetischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg, besonders während der Schlacht um das damalige Stalingrad. Diese Assoziation reichte offenbar, um im Netz und im russischen Parlament wütende Reaktionen hervorzurufen. Da half es auch nicht, dass der Galerist von Oleg Kulik, Wladimir Frolow, in der "Iswestija" beteuerte, die Arbeit sei überhaupt nicht "politisch" gemeint gewesen, sondern beschäftige sich mit dem Spannungsverhältnis von Mann und Frau.
"Moderne Frauen wollen keinen traditionellen Lebensstil und fordern die Gleichberechtigung mit Männern, weshalb es zwischen ihnen einen so dramatischen Kampf gibt. Das ist ewige Liebe und ewiger Hass, um die sich die Welt dreht," so der Kunsthändler. Kulik selbst dagegen äußerte sich bisher nicht, er leidet angeblich gerade unter einer Erkältung. Bezug auf steinzeitliche "Venus von Willendorf"
Im erklärenden Text zur offenkundig wehrhaften "Großen Mutter" war mit Bezug auf eine berühmte, 30.000 Jahre alte Steinzeit-Figurine zu lesen: "Unter den Männern steigt plötzlich die Wut hoch – eine riesige, reife Frau mit einer hoch erhobenen Waffe. Ist da die Venus von Willendorf aufgewacht und hat ihr Leben in die Hand genommen? Nein, das ist nicht Venus, das ist die Fähigkeit als solche, Leben zu geben und zu nehmen. Es ist keine Frau, die sich dem männlichen Tun oder Nicht-Tun widersetzt. Es ist das Geschlecht selbst, das sich gegen die Vergangenheit, gegen die Aufspaltung erhoben hat und die Fesseln der Ungleichheit in sich sprengt."
Dieser Interpretation will sich die stellvertretende Vorsitzende im Bildungsausschuss der Duma, Yana Lantratova (33), Mitglied der Fraktion "Ein gerechtes Russland - für die Wahrheit", offenbar nicht anschließen. Sie schrieb an Kulturministerin Olga Lyubimova (41) einen empörten Brief: "Ich verstehe, dass jede Zensur der Kultur schadet, aber ich glaube, dass die Gesellschaft in der Zeit, in der unser Land eine 'spezielle Militäroperation' auf dem Territorium der Ukraine durchführt, und unter den Bedingungen eines harten Informationskrieges gegen Russland besonders empfindlich auf Provokationen reagiert . Die Ausstellung der 'Großen Mutter' macht das heilige Bild des 'Mutterlandes' für viele Russen lächerlich, es ist eine vulgäre Parodie auf die große Statue 'Mutter Heimat ruft'." Es handle sich um eine "bewusste Provokation". Politiker riefen nach dem Staatsanwalt
Bis Kriegsende sollten daher "öffentliche Kunsträte" darüber wachen, dass sich solche Vorfälle nicht mehr wiederholten, so Lantratova, die übrigens auch etwas gegen die weitere Aufführung des Musicals "Chess" in Moskau hat. In dem Stück, dass die ABBA-Ex-Mitglieder Benny Andersson und Björn Ulvaeus 1986 komponierten, geht es um das Duell zwischen einem amerikanischen und einem russischen Schach-Großmeister, angelehnt an das legendäre Kräftemessen zwischen Wiktor Kortschnoi und Bobby Fischer.
Ich möchte es an anderer Stelle nicht mehr näher ausführen. Eigentlich ist auch schon alles gesagt. Nur soviel: Oft sind es unterschiedliche Sichtweisen auf eine Geschichte, die die Geschichte in ihrer Bedeutung verändern. Oft sind es unterschiedliche Umstände, politische Ansichten oder auch nur persönliche Erfahrungen.
SHAMMATS wurde vom Oscar- und Grammy-Preisträger Tim Rice ("Jesus Christ Superstar", "Der König der Löwen", "Evita") und den ABBA-Musikern Benny Andersson und Bjorn Ulvaeus (MAMMA MIA!) geschrieben. Seit fast 40 Jahren läuft das Musical auf Theaterbühnen auf allen Kontinenten. Es verbindet Disco und Rap, Pop und Rock, akademische Musik und Choräle: Zu den 35 Nummern gehören die Welthits One Night in Bangkok und I Know Him So Well.
Für die russische Produktion von SHAHMAT wurde ein dynamisches, dreistöckiges und über 50 Tonnen schweres Bühnenbild mit 250 Quadratmetern LED- und Projektionsflächen geschaffen. In der epischen Geschichte einer Rivalität zwischen Schachspielern vor dem Hintergrund der Konfrontation zwischen den beiden Supermächten geht es vor allem um menschliche Leidenschaften - Liebe und Hass, Loyalität und Verrat, Durst nach Anerkennung und Angst vor dem Alleinsein.
Die Leute bringen ihre Lieben und Freunde mit, denn danach gibt es viel zu besprechen und sogar zu streiten.
Das Musical ist bereits zu einer Touristenattraktion in Moskau geworden.
Die Dauer der Aufführung beträgt 2 Stunden und 40 Minuten mit einer Pause. Tickets kaufen
Beschreibung Dauer: 2 Stunden und 40 Minuten
"Chess" ist ein episches Musikdrama über die spannende Rivalität zwischen russischen und amerikanischen Großmeistern während des Kalten Krieges zwischen der UdSSR und den USA. Der Kampf um die Schachkrone und die politischen Spiele hinter den Kulissen werden zur Kulisse für eine mitreißende Liebesgeschichte, in der die Figuren gezwungen sind, schmerzlich schwierige Entscheidungen zu treffen. Die Handlung basiert auf wahren Begebenheiten und spielt Anfang der 1980er Jahre bei den Schachweltmeisterschaften in der malerischen Alpenstadt Meran und der verlockenden exotischen Stadt Bangkok.
Das Musical wurde von drei außergewöhnlichen Komponisten geschrieben: Benny Andersson und Björn Ulvaeus, Mitglieder und Songschreiber der legendären ABBA, und Tim Rice, der Oscar-, Tony-, Emmy- und Grammy-preisgekrönte Librettist, der die Musicals Jesus Christ Superstar, Evita und Der König der Löwen auf die Bühne brachte. Atemberaubend in seiner emotionalen Umfang und die Vielfalt der Kompositionen, klingen in der Leistung, Resonanz nicht nur mit Fans des Musiktheaters, sondern auch mit Fans der Musik von ABBA, Rock-Liebhaber und sogar Kenner von Klassikern.
Die Moskauer Version des Musicals "Chess" zeichnet sich durch einen besonderen Umfang und eine spektakuläre Bühnenlösung aus: Auf der Bühne befindet sich ein riesiger Set-Transformator, dessen dritte Etage vom Orchester eingenommen wird. Regie führt Evgeny Pisarev, der künstlerische Leiter des Puschkin-Theaters, und die musikalische Leitung hat der Brite John Rigby, der mit den besten West-End-Musicals arbeitet; die Gedichte von Tim Rice wurden von Alexey Ivashchenko ins Russische übersetzt. Die Kritiker haben ihre Arbeit gelobt: Die Produktion wurde für 11 Nominierungen für den wichtigsten russischen Theaterpreis, die Goldene Maske, vorgeschlagen.
Das Musical Chess wird im MDM-Theater von dem Produzenten Dmitry Bogachev (Mamma Mia!, Phantom der Oper, First Date, Die Schöne und das Biest, Der Ball der Vampire, CHICAGO) und der Theatergruppe Broadway Moscow präsentiert. Die Produktion wurde bereits von 300 Tausend Zuschauern gesehen und ist damit nach der Londoner Originalproduktion die zweitmeistgesehene Produktion der Welt.
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